Zurück zur Begriffswelt

Wie erweitert sich Bewusstsein? · Haltung

Konstrukt­bewusstsein

Je bewusster wir unsere Deutungen erkennen, desto freier werden wir im Umgang mit ihnen.

Auf den Punkt

Konstruktbewusstsein beschreibt die Fähigkeit, die eigene Wirklichkeitskonstruktion als Konstruktion zu erkennen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… erleben Menschen ihre Sicht auf die Welt meist als selbstverständlich. Erst mit zunehmender Haltungserweiterung wächst die Fähigkeit zu erkennen, dass jede Beschreibung zugleich eine Deutung ist.

Konstruktbewusstsein bedeutet nicht, dass alles beliebig wäre. Vielmehr eröffnet es die Möglichkeit, die eigenen Unterscheidungen bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und zu erweitern. Dadurch entstehen neue Perspektiven und ein tieferes Verständnis für andere Wirklichkeiten.

Konstruktbewusstsein relativiert nicht die Welt. Es relativiert die Selbstverständlichkeit, mit der wir unsere eigene Sicht auf sie für die einzig mögliche halten.

Erlebbar wird das, wenn …

Mitten in einer Diskussion bemerkst du plötzlich, dass dein Gegenüber dieselbe Situation aus einer völlig anderen Logik heraus versteht. Zum ersten Mal geht es dir nicht mehr darum, Recht zu behalten, sondern zu verstehen, wie diese Wirklichkeit entstehen konnte.

ICH · Für mich

Welche meiner Überzeugungen erscheinen mir selbstverständlich?

Wo könnte meine Sichtweise nur eine Möglichkeit unter vielen sein?

Welche neue Perspektive möchte ich heute ausprobieren?

WIR · Zwischen uns

Wie können wir unterschiedliche Wirklichkeiten besprechbar machen?

Was verändert sich, wenn wir einander neugierig zuhören?

ALLE · Für Organisationen

Welche Selbstverständlichkeiten prägen unsere Kultur?

Wo verhindern gemeinsame Überzeugungen neue Entwicklungen?

Konstruktbewusstsein erweitert nicht die Welt. Es erweitert unseren Blick auf sie.
Siehe auch: Wahrgeben Kontextbewusstsein Haltung Perspektivenvielfalt Wirklichkeits­konstruktion Haltungserweiterung Perspektive Sinnkonstruktion Selbsttransparenz Epistemologie Konstrukt Kontingenz Nichtwissen Perspektivenpluralität Perspektivenprozess Überrelativierung Unhintergehbarkeit Unterscheidbarkeit Wirklichkeit Akkommodation Beobachtung des Beobachters Emergetische Antwort Emergetische Perspektive Emergetisierung Relativität Resonanzangebot Selbstbezug Selbstkontextualität Selbstkonzept Unterscheidungs­fähigkeit Wahrgebungsweise Weltverdoppelung