… erleben Menschen ihre Sicht auf die Welt meist als selbstverständlich. Erst mit zunehmender Haltungserweiterung wächst die Fähigkeit zu erkennen, dass jede Beschreibung zugleich eine Deutung ist.
Konstruktbewusstsein bedeutet nicht, dass alles beliebig wäre. Vielmehr eröffnet es die Möglichkeit, die eigenen Unterscheidungen bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und zu erweitern. Dadurch entstehen neue Perspektiven und ein tieferes Verständnis für andere Wirklichkeiten.
Konstruktbewusstsein relativiert nicht die Welt. Es relativiert die Selbstverständlichkeit, mit der wir unsere eigene Sicht auf sie für die einzig mögliche halten.
Mitten in einer Diskussion bemerkst du plötzlich, dass dein Gegenüber dieselbe Situation aus einer völlig anderen Logik heraus versteht. Zum ersten Mal geht es dir nicht mehr darum, Recht zu behalten, sondern zu verstehen, wie diese Wirklichkeit entstehen konnte.
Welche meiner Überzeugungen erscheinen mir selbstverständlich?
Wo könnte meine Sichtweise nur eine Möglichkeit unter vielen sein?
Welche neue Perspektive möchte ich heute ausprobieren?
Wie können wir unterschiedliche Wirklichkeiten besprechbar machen?
Was verändert sich, wenn wir einander neugierig zuhören?
Welche Selbstverständlichkeiten prägen unsere Kultur?
Wo verhindern gemeinsame Überzeugungen neue Entwicklungen?