… relativität macht Unterschiede kontextabhängig, nicht bedeutungslos. Eine Entscheidung kann aus einer Perspektive sinnvoll und aus einer anderen problematisch sein. Eine Haltung kann in einem Kontext Entwicklung ermöglichen und in einem anderen an ihre Grenze geraten.
Diese Einsicht erweitert Konstrukt- und Kontextbewusstsein. Sie schützt vor vorschneller Absolutheit und zugleich vor Beliebigkeit, denn Relativität fragt gerade genauer nach den Bedingungen, unter denen eine Aussage, Form oder Handlung brauchbar wird.
Ein Team diskutiert, ob Homeoffice „besser“ sei. Nach zwanzig Minuten liegen die üblichen Glaubenskriege auf dem Tisch. Erst die Frage „Besser wofür, für wen und unter welchen Bedingungen?“ verwandelt eine scheinbar grundsätzliche Frage in mehrere unterscheidbare Zusammenhänge.
Welche meiner Bewertungen braucht einen Kontext?
Für wen oder wofür ist diese Form brauchbar?
Wo verwechsle ich Relativität mit Beliebigkeit?
Welche unterschiedlichen Kontexte machen unsere Positionen verständlicher?
Wie können wir Unterschiede relativieren, ohne sie einzuebnen?
Welche Entscheidungen brauchen mehrere Bezugspunkte?
Wo behandeln wir kontextgebundene Lösungen wie allgemeine Wahrheiten?