… richtet sich unser Blick nicht nur auf einzelne Ereignisse, sondern auf die Beziehungen, in denen sie entstehen. Verhalten erscheint nicht mehr isoliert, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs.
Kontextbewusstsein erweitert unser Wahrgeben. Aus der Frage „Was passiert?" wird zunehmend die Frage „In welchem Zusammenhang geschieht es?". Dadurch verändert sich auch unser Umgang mit Problemen. Statt vorschnell nach Schuldigen oder einfachen Lösungen zu suchen, beginnen wir, Bedingungen, Wechselwirkungen und Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen.
Je weiter sich unser Kontextbewusstsein entwickelt, desto mehr erkennen wir, dass jede Handlung zugleich Ursache und Wirkung anderer Prozesse ist.
Eine Kollegin reagiert ungewöhnlich gereizt. Früher hättest du ihr Verhalten persönlich genommen. Heute fragst du dich zunächst, welche Belastungen, Erwartungen oder Spannungen gerade auf sie einwirken könnten.
Welche Zusammenhänge übersehe ich gerade?
Wo bewerte ich vorschnell, ohne den Kontext zu kennen?
Welche Bedingungen prägen mein eigenes Verhalten?
Welche Muster entstehen immer wieder zwischen uns?
Wie beeinflussen wir gegenseitig den Kontext unseres Handelns?
Welche Strukturen prägen Entscheidungen?
Wo verändern kleine Eingriffe das gesamte System?