… nehmen wir Situationen nicht nur aus der Perspektive einzelner Personen wahr. Atmosphären, Macht, Geschichte, Räume und unausgesprochene Erwartungen treten als wirksame Dimensionen hervor. Feldbewusstsein erkennt, wie diese Bedingungen Erleben und Verhalten mitformen.
Zugleich macht es die beobachtende Person nicht zum außenstehenden Feldexperten. Jede Wahrnehmung ist selbst Teil des Geschehens. Feldbewusstsein verbindet daher Sensibilität mit Selbsttransparenz: Was nehme ich wahr, wie werde ich angestimmt und welche Veränderung bringe ich durch meine Deutung und Handlung hervor?
Eine Moderatorin bemerkt in einer Sitzung ungewöhnliche Müdigkeit und knappe Antworten. Statt einzelne Teilnehmende zu aktivieren, spricht sie ihre eigene Wahrnehmung vorsichtig aus. Mehrere Menschen erzählen daraufhin von einem ungelösten Konflikt. Das Feld wird besprechbar, weil sie sowohl die Atmosphäre als auch ihre Perspektivität einbezieht.
Welche Qualität nehme ich im gegenwärtigen Feld wahr?
Wie werde ich darin angestimmt?
Was verändert sich durch meine Anwesenheit und Deutung?
Wie können wir unsere unterschiedlichen Feldwahrnehmungen miteinander prüfen?
Welche Bedingung wirkt zwischen uns, ohne bisher benannt zu sein?
Wie entwickeln Führungskräfte Sensibilität für organisationale Felder?
Welche Formate machen Kultur und Atmosphäre besprechbar?