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Wer sind wir? · Selbst

Selbstkontextualität

Wir sind nicht in jedem Raum dieselben, und gerade diese Unterschiede können etwas über uns zeigen.

Auf den Punkt

Selbstkontextualität bezeichnet die Fähigkeit, das eigene Erleben und Verhalten als mit unterschiedlichen Beziehungen, Rollen und Kontexten verbunden wahrzunehmen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… statt nach einem einzigen, überall identischen Selbst zu suchen, erkennt Selbstkontextualität, dass bestimmte Seiten in bestimmten Zusammenhängen hervortreten. Ein Mensch kann in einem Team mutig, in einer Familie vorsichtig und unter Zeitdruck kontrollierend werden, ohne dass eine dieser Formen allein seine Wahrheit enthält.

Emergetisch stärkt Selbstkontextualität Konstruktbewusstsein und Formbeweglichkeit. Sie hilft, Selbstzuschreibungen zu relativieren und zugleich zu erforschen, welche Kontexte welche Selbstformen begünstigen.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Führungskraft sagt im Coaching: „Ich bin einfach konfliktscheu.“ Auf Nachfrage fällt ihr auf, dass sie mit Kunden sehr klar streitet, nur mit ihrem Gründerkollegen nicht. Aus einer Persönlichkeitseigenschaft wird plötzlich eine Beziehungsgeschichte.

ICH · Für mich

In welchen Kontexten zeige ich unterschiedliche Seiten?

Welche Selbstbeschreibung braucht einen genaueren Zusammenhang?

Welche Umgebung unterstützt eine Form von mir, die ich mehr leben möchte?

WIR · Zwischen uns

Welche Seiten rufen wir gegenseitig hervor?

Wie verändert sich unser Verhalten in anderen Kontexten?

ALLE · Für Organisationen

Welche Strukturen fördern bestimmte Selbstformen?

Wie können wir Entwicklungsfragen kontextbezogener betrachten?

Selbstkontextualität verwandelt „So bin ich“ in die präzisere Frage: „Wo und mit wem werde ich so?“
Siehe auch: Selbstformen Kontextbewusstsein Selbstbild Relation Konstrukt­bewusstsein Formbeweglichkeit Selbsttreue