… sie unterscheidet sich von starrer Konsequenz. Wer sich entwickelt, verändert Überzeugungen, Rollen und Ziele. Selbsttreue liegt deshalb weniger in unveränderlichen Inhalten als in der Qualität, mit der wir uns selbst zuhören und Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen.
Emergetisch verbindet Selbsttreue Eigenheit mit Formbeweglichkeit. Sie erlaubt Anpassung, Zugehörigkeit und Wandel, ohne den Kontakt zur eigenen Resonanz dauerhaft zu opfern.
Eine Frau hat jahrelang gesagt, sie wolle niemals Führung übernehmen. Als sie ein Angebot bekommt und echte Lust darauf spürt, fragt sie sich zunächst, ob sie sich „untreu“ wird. Schließlich erkennt sie: Treu war sie nie dem Satz, sondern dem Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten.
Woran erkenne ich Stimmigkeit mit mir selbst?
Welcher alte Satz über mich hat seine Zeit erfüllt?
Wo passe ich mich an und verliere dabei den Kontakt zu meiner eigenen Resonanz?
Wie unterstützen wir einander darin, uns zu verändern und trotzdem selbsttreu zu bleiben?
Wo erwarten wir Konsistenz, obwohl Entwicklung Veränderung braucht?
Welche Kultur ermöglicht Selbsttreue auch bei abweichenden Positionen?
Wo verlangen Rollen Anpassung um den Preis innerer Entfremdung?