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Wer sind wir? · Selbst

Selbstbild

Wir tragen Bilder von uns in uns, die Orientierung geben und manchmal länger halten als das Leben, aus dem sie entstanden sind.

Auf den Punkt

Ein Selbstbild ist die verdichtete Vorstellung davon, wie wir uns selbst sehen, welche Eigenschaften wir uns zuschreiben und was wir von uns erwarten.

Wenn wir emergetisch schauen …

… selbstbilder entstehen aus Erfahrungen, Rückmeldungen, Rollen und Erzählungen. Sie helfen, Kontinuität herzustellen und Entscheidungen zu orientieren. Gleichzeitig wählen sie aus: Was nicht zum Bild passt, wird leicht übersehen, relativiert oder als Ausnahme behandelt.

Emergetisch gelten Selbstbilder als Formen. Sie dürfen tragen, sich erweitern und irgendwann ihre bisherige Selbstverständlichkeit verlieren. Entwicklung bedeutet nicht, das „richtige“ Selbstbild zu finden, sondern beweglicher im Verhältnis zu den eigenen Bildern zu werden.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Frau sagt seit Jahren: „Ich bin einfach kein Zahlenmensch.“ Dann übernimmt sie notgedrungen die Finanzen eines Vereins und entdeckt, dass sie Budgets sogar gern strukturiert. Ihr altes Selbstbild bittet um eine kurze Übergangsfrist.

ICH · Für mich

Welches Bild habe ich von mir?

Welche Erfahrungen passen schwer in dieses Bild?

Welche neue Seite von mir möchte aufgenommen werden?

WIR · Zwischen uns

Welche Selbstbilder bestätigen wir gegenseitig?

Wo könnten wir einander jenseits alter Zuschreibungen begegnen?

ALLE · Für Organisationen

Welche Rollen und Rückmeldungen formen Selbstbilder in unserer Organisation?

Wie ermöglichen wir Entwicklung, ohne Menschen auf frühere Stärken oder Schwächen festzulegen?

Ein Selbstbild gibt uns Kontur und bleibt lebendig, wenn es neue Erfahrungen aufnehmen kann.
Siehe auch: Funktionales Selbstbild Rollenerwartungen Selbstkonzept Identität Selbsterzählung Selbstsystem Konstrukt Selbstformen Selbstkontextualität