… selbstbilder entstehen aus Erfahrungen, Rückmeldungen, Rollen und Erzählungen. Sie helfen, Kontinuität herzustellen und Entscheidungen zu orientieren. Gleichzeitig wählen sie aus: Was nicht zum Bild passt, wird leicht übersehen, relativiert oder als Ausnahme behandelt.
Emergetisch gelten Selbstbilder als Formen. Sie dürfen tragen, sich erweitern und irgendwann ihre bisherige Selbstverständlichkeit verlieren. Entwicklung bedeutet nicht, das „richtige“ Selbstbild zu finden, sondern beweglicher im Verhältnis zu den eigenen Bildern zu werden.
Eine Frau sagt seit Jahren: „Ich bin einfach kein Zahlenmensch.“ Dann übernimmt sie notgedrungen die Finanzen eines Vereins und entdeckt, dass sie Budgets sogar gern strukturiert. Ihr altes Selbstbild bittet um eine kurze Übergangsfrist.
Welches Bild habe ich von mir?
Welche Erfahrungen passen schwer in dieses Bild?
Welche neue Seite von mir möchte aufgenommen werden?
Welche Selbstbilder bestätigen wir gegenseitig?
Wo könnten wir einander jenseits alter Zuschreibungen begegnen?
Welche Rollen und Rückmeldungen formen Selbstbilder in unserer Organisation?
Wie ermöglichen wir Entwicklung, ohne Menschen auf frühere Stärken oder Schwächen festzulegen?