… erzählen Menschen ihr Leben niemals neutral. Erinnerungen werden ausgewählt, Erfahrungen gedeutet und Ereignisse miteinander verbunden. So entsteht eine fortlaufende Geschichte, die Orientierung gibt und Identität stiftet.
Selbsterzählungen verändern sich. Neue Erfahrungen werfen anderes Licht auf frühere Ereignisse. Was einst als Scheitern erschien, kann später zum Wendepunkt werden. Entwicklung zeigt sich deshalb auch darin, dass wir unser Leben immer wieder neu erzählen lernen.
Je weiter sich unsere Haltung erweitert, desto beweglicher werden unsere Selbsterzählungen. Sie verlieren den Anspruch, die einzig mögliche Wahrheit zu sein, und öffnen sich für neue Bedeutungen.
Du erzählst eine prägende Erfahrung aus deiner Jugend. Zehn Jahre später erzählst du dieselbe Geschichte erneut. Die Fakten sind ähnlich geblieben. Doch ihre Bedeutung hat sich grundlegend verändert.
Welche Geschichte erzähle ich über mein Leben?
Welche Ereignisse würde ich heute anders deuten?
Welche neue Geschichte möchte entstehen?
Welche Geschichten tragen unsere Beziehung?
Welche Erzählungen halten Konflikte lebendig?
Welche Geschichten prägen unsere Unternehmenskultur?
Welche Zukunft erzählen wir gemeinsam?