… entsteht Identität aus Selbsterzählungen, Rollen, leiblichen Erfahrungen und sozialen Rückmeldungen. Neue Lebensphasen, Krisen und Begegnungen können bisherige Selbstbilder erweitern oder erschüttern. Identitätsentwicklung verbindet dabei Kontinuität mit Veränderung.
Frühere Identitäten verschwinden selten vollständig. Sie bleiben als Erfahrungen, Fähigkeiten und innere Stimmen erhalten. Entwicklung gelingt, wenn neue Formen genügend Raum für Gewordenes und Werdendes schaffen. Eine Identität wird dann weniger zu einer festen Antwort und mehr zu einer beweglichen Art, sich in Beziehung zur Welt zu verorten.
Nach dem Ende seiner beruflichen Laufbahn sagt ein Mann zunächst: „Ich bin niemand mehr.“ Über Monate entdeckt er, wie stark sein Selbstbild an Funktion und Anerkennung gebunden war. In neuen Beziehungen und Tätigkeiten entsteht eine weitere Identität, die seine berufliche Geschichte einschließt, ohne von ihr vollständig bestimmt zu sein.
Welche Selbstbeschreibung trägt mich gegenwärtig?
Welche frühere Identität möchte gewürdigt und erweitert werden?
Wer kann ich werden, ohne mein Gewordensein zu verleugnen?
Wie bestätigen oder begrenzen wir gegenseitig unsere Identitäten?
Welche neuen Seiten dürfen in unserer Beziehung sichtbar werden?
Welche Identitäten werden durch Rollen und Karrierewege nahegelegt?
Wie begleiten wir Übergänge, in denen vertraute Selbstbilder brüchig werden?