… trennen wir Biografie nicht vom körperlichen Erleben. Begegnungen, Verluste, Zugehörigkeiten und bewältigte Gefahren prägen, wie wir atmen, Nähe zulassen, Räume betreten und auf Spannung antworten. Der Körper bewahrt diese Erfahrungen nicht wie ein Archiv fertiger Bilder, sondern als Bereitschaften, Empfindungen und Bewegungsmuster.
Der Biografiekörper ist zugleich geworden und gegenwärtig. Frühere Erfahrungen wirken in heutigen Resonanzen weiter, werden jedoch in jeder neuen Begegnung erneut geformt. Entwicklung kann deshalb auch dort geschehen, wo eine neue leibliche Erfahrung alte Erwartungen erweitert: wenn Schutz möglich wird, eine Grenze gehalten werden kann oder der Körper eine bisher fremde Ruhe kennenlernt.
Ein Mann reagiert in Besprechungen auf kritische Nachfragen regelmäßig mit angehaltenem Atem und einem starren Lächeln. Erst in einer körperorientierten Reflexion bemerkt er, wie vertraut ihm diese Haltung aus seiner Kindheit ist. Als er lernt, seine Füße zu spüren und eine Pause zu nehmen, entsteht eine neue Form, mit Kritik in Beziehung zu bleiben.
Welche Geschichten zeigt mein Körper, bevor ich sie erzähle?
Wo wiederholt sich eine alte körperliche Bereitschaft in heutigen Situationen?
Welche neue Erfahrung möchte mein Körper machen?
Wie reagieren unsere Körper auf Nähe, Macht und Unsicherheit?
Welche Begegnungen ermöglichen neue leibliche Erfahrungen?
Welche Spuren hinterlassen Organisationskulturen in den Körpern der Menschen?
Wie können Arbeitsformen Sicherheit, Bewegung und Regeneration unterstützen?