… betrachten wir das Selbst als biografisch und familiär eingebettet. Namen, Rollen, Verluste, Loyalitäten und Bewältigungsformen werden durch Erzählungen, Schweigen, Erziehung und leibliche Resonanz weitergegeben. Nachfolgende Generationen übernehmen sie nicht unverändert, sondern formen sie in neuen Kontexten um.
Transgenerationale Perspektive erweitert Verständnis, darf jedoch nicht zur Schicksalserklärung werden. Herkunft prägt Möglichkeiten und bleibt selbst kontingent. Entwicklung entsteht, wenn übernommene Muster wahrnehmbar, betrauerbar und neu erzählbar werden, sodass Verbundenheit ohne Wiederholung möglich ist.
Eine Frau trägt den Namen ihrer früh verstorbenen Tante und erlebt seit Kindheit die unausgesprochene Erwartung, deren besondere Begabung fortzusetzen. Als sie die Familiengeschichte kennenlernt, kann sie Liebe und Projektion unterscheiden. Der Name bleibt Verbindung, verliert jedoch den Charakter eines Auftrags.
Welche Geschichten und Erwartungen trage ich aus früheren Generationen?
Was davon ist Verbindung und was Überlagerung?
Welche neue Fortsetzung möchte ich wählen?
Wie sprechen wir über familiäre Loyalitäten, ohne Schuld zu verteilen?
Welche Muster möchten wir würdigen und verwandeln?
Welche Gründungs- und Verlustgeschichten wirken in Organisationen weiter?
Wie können tradierte Muster besprechbar werden, ohne Gegenwart zu entmündigen?