… erscheint Identität nicht als etwas Festes, das wir besitzen. Sie bildet sich im Zusammenspiel von Erfahrungen, Beziehungen, Sprache und unserer Haltung. Mit jeder neuen Erfahrung verändert sich auch die Geschichte, die wir über uns selbst erzählen.
Identität entsteht deshalb nicht allein in uns. Sie wächst in der Begegnung mit anderen Menschen und unserer Mitwelt. Was wir für selbstverständlich halten, wird immer wieder durch neue Erfahrungen erweitert, bestätigt oder infrage gestellt.
Je weiter sich unsere Haltung entwickelt, desto beweglicher wird unsere Identität. Wir müssen uns nicht mehr über eine einzige Rolle oder Geschichte definieren. Unterschiedliche Seiten unseres Lebens können nebeneinander bestehen.
Jemand fragt dich, wer du bist. Früher hättest du deinen Beruf genannt. Heute erzählst du von dem, was dich bewegt, wofür du Verantwortung übernimmst oder woran du gerade wächst. Nicht dein Leben hat sich verändert, sondern die Geschichte, mit der du dich beschreibst.
Welche Geschichte erzähle ich über mich?
Welche Rollen prägen mein Selbstbild?
Welche neue Seite von mir möchte sich zeigen?
Wie helfen wir einander, über vertraute Selbstbilder hinauszuwachsen?
Welche Geschichten erzählen wir übereinander?
Welche Identität entwickelt unsere Organisation?
Welche Geschichten stärken oder begrenzen unsere Kultur?