… unterscheiden wir den lebendigen Menschen von der Adresse, unter der Kommunikation an ihn anschließt. „Die Geschäftsführerin“, „der schwierige Kollege“ oder „die Expertin“ bündeln Erwartungen und machen Verhalten interpretierbar. Dadurch wird Zusammenarbeit möglich, zugleich wird die Person reduziert.
Soziale Adressen sind beweglich, aber oft hartnäckig. Jede Kommunikation bestätigt oder verändert sie. Konstruktbewusstsein hilft, ihre Brauchbarkeit und ihre Folgen zu prüfen: Welche Seite eines Menschen wird sichtbar, welche verschwindet, und wie viel Abweichung erlaubt die Adresse?
Eine Mitarbeiterin wird nach mehreren kritischen Fragen als „die Skeptikerin“ bezeichnet. Fortan werden selbst konstruktive Hinweise als Widerstand gehört. Als das Team diese soziale Adresse bemerkt, kann es ihre Beiträge neu unterscheiden und ihr weitere Rollen zugestehen.
Unter welchen sozialen Adressen werde ich angesprochen?
Welche davon eröffnen Möglichkeiten, welche engen mich ein?
Welche Adresse gebe ich anderen durch meine Sprache?
Wie halten wir einander in bestimmten Zuschreibungen fest?
Welche neue Ansprache könnte andere Seiten sichtbar machen?
Welche sozialen Adressen entstehen durch Titel, Bewertungen und Talentprogramme?
Wie können Rollen klar bleiben, ohne Menschen darauf zu reduzieren?