… würdigen wir subjektive Erfahrung, ohne das Subjekt als vollständig unabhängigen Ursprung zu setzen. Körper, Sprache, soziale Adressen und Resonanzfelder wirken an seiner Bildung mit. Zugleich bleibt Erleben an eine erste Person gebunden, die niemand vollständig ersetzen kann.
Das Subjekt ist damit autonom und relational, wirkend und bewirkt. Haltungserweiterung verändert seine Reichweite: Es kann mehr eigene Bedingungen erkennen, fremde Perspektiven einbeziehen und sich als Teil größerer Zusammenhänge wahrgeben, ohne seine Eigenheit aufzugeben.
Eine Patientin wird in einer Fallbesprechung vor allem als Trägerin einer Diagnose beschrieben. Als ihre eigene Erzählung und Entscheidungsperspektive einbezogen werden, erscheint sie wieder als Subjekt. Die fachlichen Erkenntnisse bleiben wichtig, erhalten jedoch eine andere Beziehung zu ihrem Leben.
Wo erlebe ich mich als handelndes Subjekt?
Welche Bedingungen wirken an meiner Perspektive mit?
Wo werde ich oder mache ich andere zum Objekt?
Wie erkennen wir einander als eigenständige Erfahrungszentren an?
Wie bleiben wir in Beziehung, obwohl wir die Welt nie vollständig aus der Perspektive des anderen erleben können?
Wie werden Menschen in Prozessen als Subjekte beteiligt?
Wo reduzieren Systeme Personen auf Fälle, Rollen oder Ressourcen?