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Wer sind wir? · Selbst

Ich-Setzung

Ein Ich entsteht, indem es beginnt, sich von Welt zu unterscheiden und eine eigene Bewegung zu behaupten.

Auf den Punkt

Ich-Setzung bezeichnet den Vorgang, in dem ein Mensch sich als eigenständiges Zentrum von Wollen, Handeln und Erleben hervorbringt.

Wenn wir emergetisch schauen …

… betrachten wir das Ich nicht als fertige Substanz, sondern als eine fortlaufende Formbildung. Durch Sprache, Abgrenzung und Handlung setzt sich ein Mensch in Beziehung zur Mitwelt: Das bin ich, das will ich, hier beginne ich und dort beginnt etwas anderes.

Ich-Setzung ermöglicht Eigenheit, Antrieb und Verantwortung. Sie kann zugleich starr werden, wenn das gesetzte Ich sich für unabhängig hält oder seine Formen verteidigen muss. Haltungserweiterung löst die Ich-Setzung nicht auf, sondern macht sie durchlässiger für Beziehung, Kontext und Vielstimmigkeit.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Kind sagt mit Nachdruck „Ich selbst!“ und weist die helfende Hand zurück. In diesem kleinen Widerstand bildet sich eine wichtige Grenze. Jahre später kann derselbe Mensch lernen, Unterstützung anzunehmen, ohne sich dadurch weniger eigenständig zu fühlen. Die Ich-Setzung bleibt, ihre Beziehungsfähigkeit erweitert sich.

ICH · Für mich

Wo setze ich mich klar als Ich?

Welche Grenzen schützen meine Eigenheit?

Wo halte ich eine frühere Ich-Form zu fest?

WIR · Zwischen uns

Wie begegnen sich unsere Ich-Setzungen?

Wie können wir Eigenständigkeit und Verbundenheit zugleich ermöglichen?

ALLE · Für Organisationen

Welche Formen von Initiative und Abgrenzung erlaubt unsere Kultur?

Wo wird ein starkes Ich gefördert und wo braucht es mehr Kontextbewusstsein?

Ich-Setzung bringt ein eigenständiges Gegenüber hervor, das sich später als Teil vielfältiger Beziehungen erkennen kann.
Siehe auch: Antrieb Freiheit ICH-Konstrukt Eigenheit Subjekt Durchlässigkeit