… erscheint Antrieb als frühe Form persönlicher Selbstsetzung. Ein Mensch erlebt: Ich will, ich brauche, ich kann etwas bewirken. Diese Kraft ermöglicht Abgrenzung, Initiative und den Mut, aus einer bloßen Anpassung an die Mitwelt herauszutreten.
Antriebe entstehen aus körperlichen Bedürfnissen, Erfahrungen, Sehnsüchten und sozialen Resonanzen. Sie sind weder rein individuell noch vollständig von außen erzeugt. Mit wachsender Haltung können wir unsere Antriebe differenzierter wahrnehmen, ihre Herkunft erkunden und sie mit Beziehungen, Werten und Kontexten verbinden. Die Kraft bleibt erhalten, während sich ihre Form erweitert.
Eine junge Mitarbeiterin möchte unbedingt ein eigenes Projekt leiten. Zunächst erlebt sie diesen Wunsch nur als Drang, sich zu beweisen. Im Gespräch erkennt sie darin zugleich Freude am Gestalten, den Wunsch nach Anerkennung und eine alte Angst, übersehen zu werden. Der Antrieb verliert dadurch keine Kraft, gewinnt jedoch mehr Wahlmöglichkeiten.
Was treibt mich gerade an?
Welche Bedürfnisse, Hoffnungen oder Ängste wirken in meinem Wollen?
Wie kann ich meinen Antrieb nutzen, ohne von ihm beherrscht zu werden?
Wie begegnen sich unsere unterschiedlichen Antriebe?
Wo entsteht Konkurrenz, wo kann aus persönlicher Kraft gemeinsame Bewegung werden?
Welche Antriebe belohnt unsere Organisation?
Wie schaffen wir Raum für Initiative, ohne Menschen auf Leistung zu reduzieren?