… verstehen wir Emotionen als Resonanzformen. Etwas geschieht, wird auf dem Hintergrund unserer Erfahrungen bedeutsam und verändert Körper, Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft. Freude öffnet, Angst schützt, Wut setzt Grenzen, Trauer bindet uns an Verlorenes.
Emotionen sind weder reine Innenzustände noch unmittelbare Abbilder der Welt. Sie entstehen im Zusammenspiel von Angestimmtheit, Deutung, Biografie und Beziehung. Mit wachsender Differenzierung können wir eine Emotion wahrnehmen, benennen und in ihren Kontext stellen. Dadurch wird sie nicht schwächer, sondern beziehungs- und handlungsfähiger.
Eine Kollegin erhält eine knappe Nachricht ihres Vorgesetzten und spürt sofort Angst. Im ersten Moment scheint die Nachricht selbst bedrohlich zu sein. Später erkennt sie, dass frühere Erfahrungen mit plötzlicher Kritik mitschwingen. Die Emotion bleibt ernst zu nehmen, doch ihre Bedeutung wird weiter.
Welche Emotion bewegt mich gerade?
Welche Bedeutung gibt sie der Situation?
Was möchte diese Emotion schützen, zeigen oder ermöglichen?
Wie verändern sich Emotionen in unserer Begegnung?
Welche Gefühle können zwischen uns Ausdruck finden, welche bleiben verborgen?
Welche Emotionen werden in unserer Kultur gefördert oder ausgeschlossen?
Wie können Emotionen als Information genutzt werden, ohne Entscheidungen allein zu bestimmen?