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Wer sind wir? · Selbst

Unjekt

Es gibt Erfahrungen, in denen die Trennung von Subjekt und Objekt für einen Moment durchlässig wird.

Auf den Punkt

Unjekt ist eine Wortschöpfung für ein Erleben, in dem Selbst und Welt weder vollständig getrennt noch miteinander verschmolzen erscheinen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… suchen wir Sprache für Erfahrungen jenseits der vertrauten Gegenüberstellung von innen und außen. Im Unjekt bleibt Eigenheit spürbar, zugleich tritt das relationale Geschehen so stark hervor, dass nicht mehr eindeutig gesagt werden kann, wer wen berührt oder hervorbringt.

Das Unjekt ist keine höhere Identität und kein dauerhaft anzustrebender Zustand. Es beschreibt eine mögliche Form des Erlebens in tiefer Begegnung, schöpferischer Tätigkeit oder Gegenwärtigkeit. Seine Bedeutung zeigt sich darin, ob es Durchlässigkeit, Verbundenheit und verantwortliche Rückkehr in unterscheidbare Beziehungen ermöglicht.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Musikerin spielt in einem Ensemble und erlebt einen Augenblick, in dem sie weder nur ihre eigene Stimme hört noch in der Gruppe verschwindet. Musik, Körper und Mitspielende scheinen sich gegenseitig hervorzubringen. Später bleibt die Erfahrung einer Verbundenheit, die ihre Eigenheit nicht ausgelöscht hat.

ICH · Für mich

Wann wird die Grenze zwischen mir und Welt durchlässig?

Bleibt in dieser Erfahrung meine Eigenheit erhalten?

Welche Wirkung hat sie auf mein alltägliches Handeln?

WIR · Zwischen uns

Wo erleben wir ein Dazwischen, das sich keinem Einzelnen zuordnen lässt?

Wie sprechen wir über solche Erfahrungen, ohne sie zu überhöhen?

ALLE · Für Organisationen

Welche Formen gemeinsamer Arbeit ermöglichen tiefe Ko-Emergenz?

Wie bleiben Zuständigkeit und Verantwortung auch in stark verbundenen Feldern sichtbar?

Das Unjekt benennt einen Augenblick, in dem Eigenheit und Weltbezug als ein gemeinsames Werden erfahren werden.
Siehe auch: Durchlässigkeit Subjekt Dazwischen Ko-Emergenz Verbundenheit Transzendenz