… lösen wir die Vorstellung auf, dass zuerst fertige Einzelne existieren und anschließend Beziehung herstellen. In Begegnungen bilden sich zugleich neue Bedeutungen, Rollen, Selbstverständnisse und gemeinsame Möglichkeiten. Jede entstehende Form wird zur Bedingung der anderen.
Ko-Emergenz macht Entwicklung relational. Ein Team entwickelt eine neue Kultur, während seine Mitglieder andere Fähigkeiten und Identitäten ausbilden. Eine Sprache verändert, was Menschen wahrnehmen können, und wird durch diese neuen Wahrnehmungen weiter verändert. Ursache und Wirkung verschränken sich zu einem gemeinsamen Werden.
Zwei Gründerinnen beginnen mit klar getrennten Aufgaben. Im gemeinsamen Arbeiten entsteht eine neue Form von Führung, die keine von beiden vorher kannte. Zugleich verändern sich ihre persönlichen Rollen und das Unternehmen gewinnt eine eigene Kultur. Keine dieser Entwicklungen lässt sich als bloße Folge einer anderen isolieren.
Welche meiner Fähigkeiten sind erst in Beziehung entstanden?
Wie verändere ich ein Feld, das zugleich mich verändert?
Welche Form bildet sich gemeinsam mit meiner eigenen Entwicklung?
Was entsteht gleichzeitig in uns und zwischen uns?
Wie können wir Verantwortung für ein gemeinsames Werden übernehmen?
Welche Veränderungen von Struktur, Kultur und Identität bedingen einander?
Wie vermeiden wir, Transformation auf einzelne Maßnahmen zu reduzieren?