… diese Haltung ergänzt die Frage „Was ist mit mir oder dir?“ um die Frage „Was entsteht zwischen uns?“ Dadurch werden Muster sichtbar, die keinem Einzelnen gehören und dennoch von allen Beteiligten mit hervorgebracht werden.
Im Dazwischen zu arbeiten heißt, Unterschiede und Eigenverantwortung zu erhalten und zugleich das relationale Geschehen ernst zu nehmen. Schuldzuweisungen können dadurch an Bedeutung verlieren, während Wechselwirkungen, Resonanzantworten und gemeinsame Formbildung deutlicher werden.
Zwei Kolleginnen beschreiben denselben Konflikt jeweils als Charakterproblem der anderen. In der Moderation zeichnen sie ihre typische Abfolge auf: Rückzug führt zu Nachfragen, Nachfragen zu mehr Rückzug. Nach fünf Minuten sagt eine: „Das Muster ist irgendwie schlauer als wir beide.“ Zumindest gehört es jetzt keinem von ihnen allein.
Was entsteht zwischen mir und meinem Gegenüber?
Wie trage ich zu diesem Muster bei, ohne mich zum alleinigen Ursprung zu machen?
Welche kleine Veränderung im Dazwischen wäre möglich?
Welche Wechselwirkung hält unser Muster aufrecht?
Was können wir gemeinsam anders anstimmen?
Welche Probleme werden zu stark individualisiert?
Wie berücksichtigen unsere Interventionen Beziehung und Kontext?