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Wie gelingt Transformation? · Praxis

Eigenverantwortung

Eigenverantwortung beginnt dort, wo wir unseren Anteil ernst nehmen, ohne uns zum alleinigen Ursprung des Geschehens zu erklären.

Auf den Punkt

Eigenverantwortung bezeichnet die Bereitschaft, für die eigenen Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen sowie deren Folgen einzustehen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… emergetisch wird Eigenverantwortung relational verstanden. Wir handeln nie außerhalb von Kontexten, Beziehungen und Bedingungen, und dennoch bleibt ein eigener Antwortspielraum. Eigenverantwortung fragt deshalb weder ausschließlich nach Schuld noch nach Kontrolle, sondern nach dem Anteil, den wir tatsächlich gestalten können.

Sie schützt vor zwei Verkürzungen: alles bei anderen zu suchen oder alles auf sich selbst zu beziehen. Reife Eigenverantwortung kann Grenzen benennen, Hilfe annehmen und zugleich prüfen, welche nächste Bewegung in der eigenen Hand liegt.

Erlebbar wird das, wenn …

Nach einem misslungenen Projekt sagt eine Mitarbeiterin: „Die Vorgaben waren chaotisch, und ich habe zu lange geschwiegen.“ In einem Satz trennt sie Kontext und eigenen Anteil. Niemand muss zum alleinigen Schuldigen werden, und trotzdem entsteht eine konkrete Lernmöglichkeit.

ICH · Für mich

Welcher Anteil dieser Situation liegt in meinem Gestaltungsspielraum?

Was gehört zu mir und was gehört zum Kontext?

Welche Antwort möchte ich für meinen Anteil übernehmen?

WIR · Zwischen uns

Wie sprechen wir über Verantwortung, ohne Schuld zu verteilen?

Welche Beiträge können wir jeweils selbst verändern?

ALLE · Für Organisationen

Welche Bedingungen machen Eigenverantwortung realistisch möglich?

Wo fordert unsere Organisation Verantwortung, ohne entsprechenden Handlungsspielraum zu geben?

Eigenverantwortung trennt den eigenen Anteil vom Ganzen und macht ihn dadurch gestaltbar.
Siehe auch: Autonomie Verantwortung Antwortlichkeit Unterscheidbarkeit Interdependenz Selbstermächtigung Im Dazwischen Selbstbezug Wachstumskreis