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Wer sind wir? · Selbst

Selbstbezug

Erfahrungen werden persönlich, wenn wir sie auf uns beziehen. Entwicklung verändert auch die Art, wie wir dieses Beziehen vollziehen.

Auf den Punkt

Selbstbezug bezeichnet die Weise, in der ein Mensch Wahrnehmungen, Ereignisse und Beziehungen mit dem eigenen Selbstbild, den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Geschichte verknüpft.

Wenn wir emergetisch schauen …

… ein starker Selbstbezug kann helfen, Erfahrungen persönlich einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen. Er kann zugleich den Blick verengen, wenn Ereignisse vorschnell als Aussage über den eigenen Wert oder die eigene Person gedeutet werden.

Emergetisch interessiert, wie beweglich Selbstbezug wird. Mit wachsendem Kontext- und Konstruktbewusstsein können wir unterscheiden, was tatsächlich mit uns zu tun hat, was aus dem Gegenüber oder dem System kommt und wie wir dennoch beteiligt bleiben.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Kollegin antwortet auf eine kurze E-Mail nur mit „Okay“. Der Empfänger denkt sofort: „Sie ist sauer auf mich.“ Zwei Stunden später erfährt er, dass sie im Zug saß. Die E-Mail war kurz, sein Selbstbezug ausgesprochen ausführlich.

ICH · Für mich

Was beziehe ich gerade auf mich?

Welche anderen Kontexte könnten diese Erfahrung erklären?

Wo hilft mir Selbstbezug, meinen eigenen Anteil zu erkennen?

WIR · Zwischen uns

Wie schnell personalisieren wir das Verhalten des anderen?

Welche gemeinsamen Muster werden sichtbar, wenn wir Selbstbezug und Kontext unterscheiden?

ALLE · Für Organisationen

Welche Kommunikationskultur erzeugt unnötige persönliche Deutungen?

Wie schaffen wir Klarheit, ohne jede Reaktion zu individualisieren?

Selbstbezug macht Erfahrung persönlich; Bewusstheit macht ihn beweglich.
Siehe auch: Selbst Kontextbewusstsein Eigenverantwortung Konstrukt­bewusstsein Selbsterzählung Relation