… ein starker Selbstbezug kann helfen, Erfahrungen persönlich einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen. Er kann zugleich den Blick verengen, wenn Ereignisse vorschnell als Aussage über den eigenen Wert oder die eigene Person gedeutet werden.
Emergetisch interessiert, wie beweglich Selbstbezug wird. Mit wachsendem Kontext- und Konstruktbewusstsein können wir unterscheiden, was tatsächlich mit uns zu tun hat, was aus dem Gegenüber oder dem System kommt und wie wir dennoch beteiligt bleiben.
Eine Kollegin antwortet auf eine kurze E-Mail nur mit „Okay“. Der Empfänger denkt sofort: „Sie ist sauer auf mich.“ Zwei Stunden später erfährt er, dass sie im Zug saß. Die E-Mail war kurz, sein Selbstbezug ausgesprochen ausführlich.
Was beziehe ich gerade auf mich?
Welche anderen Kontexte könnten diese Erfahrung erklären?
Wo hilft mir Selbstbezug, meinen eigenen Anteil zu erkennen?
Wie schnell personalisieren wir das Verhalten des anderen?
Welche gemeinsamen Muster werden sichtbar, wenn wir Selbstbezug und Kontext unterscheiden?
Welche Kommunikationskultur erzeugt unnötige persönliche Deutungen?
Wie schaffen wir Klarheit, ohne jede Reaktion zu individualisieren?