… sie kann dort wichtig werden, wo Anpassung, Abhängigkeit oder erlernte Ohnmacht den Zugang zur eigenen Wirksamkeit eingeschränkt haben. Selbstermächtigung heißt dann, die eigene Stimme, Grenzen, Entscheidungen und Gestaltungsmöglichkeiten wieder ernst zu nehmen.
Emergetisch wird Selbstermächtigung mit Interdependenz verbunden. Wir sind nie allmächtig und selten alleinige Ursache einer Situation. Gerade die klare Unterscheidung zwischen eigenem Einfluss und Unverfügbarkeit macht Handlungskraft realistischer.
Eine Mitarbeiterin beklagt seit Monaten, dass niemand ihre Idee unterstützt. In einem Gespräch merkt sie, dass sie sie noch nie offiziell vorgestellt hat, weil sie Ablehnung vermeiden wollte. Am nächsten Tag bucht sie einen Termin. Die Organisation ist noch dieselbe, ihr Handlungsspielraum nicht mehr.
Wo unterschätze ich meinen Einfluss?
Welche konkrete Handlung liegt in meiner Macht?
Wo darf ich anerkennen, dass etwas nicht von mir kontrollierbar ist?
Wie unterstützen wir einander darin, eigene Handlungsspielräume zu nutzen?
Wo übernehmen wir füreinander Verantwortung, die eigentlich beim anderen bleiben darf?
Welche Strukturen ermöglichen echte Selbstermächtigung?
Wo sprechen wir von Empowerment, ohne Entscheidungsspielräume zu verändern?