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Was ist Welt? · Sein und Wirklichkeit

Relationalität

Wirklichkeit besteht nicht nur aus Dingen, sondern aus dem fortlaufenden Bezogensein, in dem sie werden.

Auf den Punkt

Relationalität bezeichnet die grundlegende Verfasstheit von Leben und Wirklichkeit durch Beziehungen und wechselseitige Bezüge.

Wenn wir emergetisch schauen …

… erscheint Beziehung nicht als Zusatz zu einem unabhängigen Selbst. Körper, Identität, Bedeutung und Organisation entstehen in Netzen von Abhängigkeit, Resonanz und Unterscheidung. Ein Mensch bleibt eigenständig und ist zugleich von Anfang an bezogen.

Relationalität vermeidet sowohl die Auflösung des Einzelnen im Ganzen als auch die Vorstellung vollständiger Autonomie. Sie fragt, wie Eigenheit aus Beziehung hervorgeht und Beziehungen durch Eigenheiten verändert werden. Daraus entsteht ein Weltbild, in dem Verantwortung immer auch die Qualität des Dazwischen umfasst.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Entscheidung wird häufig als persönliche Willensleistung beschrieben. Relational betrachtet sind darin Sprache, Vorbilder, verfügbare Ressourcen, Erwartungen und konkrete Begegnungen wirksam. Die Person entscheidet tatsächlich, doch ihre Freiheit hat eine Beziehungsgeschichte.

ICH · Für mich

Welche Beziehungen haben mein Selbst hervorgebracht?

Wo stelle ich mich unabhängiger dar, als ich tatsächlich bin?

Wie kann ich Eigenheit und Bezogensein zugleich würdigen?

WIR · Zwischen uns

Welche Formen entstehen aus unserer Beziehung?

Wie bleiben wir eigenständig, während wir einander mit hervorbringen?

ALLE · Für Organisationen

Wie berücksichtigen Entscheidungen ihre relationalen Voraussetzungen und Folgen?

Welche Kultur entsteht aus der Qualität unserer Beziehungen?

Relationalität bedeutet, dass Eigenständigkeit und Bezogensein keine Gegensätze, sondern zwei Seiten lebendigen Werdens sind.
Siehe auch: Ko-Emergenz Ontologie Relation Interdependenz Dazwischen Verbundenheit Autopoiesis Transformations­anthropologie Wirklichkeit