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Wer sind wir? · Selbst

Selbstformen

Wir erleben uns nicht in nur einer Gestalt. Je nach Lebensphase und Kontext bilden sich unterschiedliche Formen des Selbst.

Auf den Punkt

Selbstformen sind vorübergehend stabile Gestalten, in denen ein Mensch sich selbst erlebt, beschreibt und in Beziehung zur Welt organisiert.

Wenn wir emergetisch schauen …

… dazu können Rollen, Selbstbilder, Identitäten, persönliche Narrative und charakteristische Weisen der Selbststeuerung gehören. Jede Selbstform gibt Orientierung und macht bestimmte Erfahrungen anschlussfähig, während andere leichter außerhalb des eigenen Blicks bleiben.

Emergetisch werden Selbstformen als gewordene und veränderbare Formen betrachtet. Sie sind wirklich wirksam, ohne das gesamte Selbst auszumachen. Entwicklung erweitert die Fähigkeit, Selbstformen zu bewohnen, zu reflektieren und bei Bedarf neu zu bilden.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Mann erlebt sich im Beruf als souveräner Entscheider, in seiner Herkunftsfamilie binnen zehn Minuten wieder als kleiner Bruder, der sich rechtfertigt. Zwei Selbstformen erscheinen mit erstaunlicher Kontexttreue im selben Menschen.

ICH · Für mich

Welche Selbstform ist gerade besonders aktiv?

Welche Kontexte rufen unterschiedliche Seiten von mir hervor?

Welche Selbstform wird enger und welche beginnt sich zu entwickeln?

WIR · Zwischen uns

Welche Selbstformen rufen wir gegenseitig hervor?

Wie können wir einander mehr als eine Form zugestehen?

ALLE · Für Organisationen

Welche Selbstformen werden durch Rollen und Kultur gefördert?

Wo fixieren wir Menschen auf eine frühere Form ihres Selbst?

Selbstformen geben dem Selbst zeitweise Gestalt, ohne seine Möglichkeiten endgültig festzulegen.
Siehe auch: Selbstbild Identität Rolle Selbstsystem Selbstkontextualität Formbeweglichkeit