… sehen wir Erzählungen als Formen der Wirklichkeitsbildung. Sie wählen Anfänge, Zusammenhänge, Wendepunkte und mögliche Zukünfte. Dadurch wird aus unverbundenen Ereignissen eine Geschichte, in der Menschen sich selbst, andere und ihre Mitwelt verstehen können.
Erzählungen tragen und begrenzen zugleich. Eine Geschichte kann Erfahrungen würdigen, Zugehörigkeit schaffen und Zukunft eröffnen. Sie kann ebenso festlegen, wer schuld ist, was unveränderlich erscheint und welche Möglichkeiten ausgeschlossen bleiben. Entwicklung wird möglich, wenn Erzählungen besprechbar werden und sich um neue Erfahrungen erweitern.
Ein Team erzählt seit Jahren, dass Veränderungen bei ihm grundsätzlich scheitern. Jede Schwierigkeit bestätigt diese Geschichte. Als eine Mitarbeiterin an mehrere gelungene Übergänge erinnert, entsteht kein naiver Gegenmythos, sondern eine weitere Erzählung: Das Team kann Veränderung bewältigen, wenn es früh beteiligt wird.
Welche Geschichte verbinde ich mit meiner gegenwärtigen Situation?
Welche Ereignisse passen nicht in meine vertraute Erzählung?
Welche neue Fortsetzung wird möglich?
Welche Geschichten tragen unsere Beziehung?
Wie verändern sich Möglichkeiten, wenn wir dieselben Ereignisse anders verbinden?
Welche Erzählungen prägen Identität und Kultur unserer Organisation?
Welche Zukunft wird durch unsere Geschichten denkbar oder ausgeschlossen?