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Wie entsteht Bedeutung? · Sprache

Resonanz­geschichten

Manche Geschichten erklären wenig und lassen gerade dadurch viel verstehen.

Auf den Punkt

Resonanzgeschichten sind Erzählungen, die Erfahrungen, Bilder und offene Bedeutungsräume anbieten, in denen Zuhörende eigene Verbindungen und Deutungen entstehen lassen können.

Wenn wir emergetisch schauen …

… sie unterscheiden sich von Geschichten, deren Pointe bereits feststeht und nur eine Botschaft transportieren soll. Resonanzgeschichten lassen Leerstellen, Mehrdeutigkeit und Figuren zu, in denen unterschiedliche Menschen jeweils andere Aspekte entdecken können.

Emergetisch werden Geschichten dadurch zu Resonanzangeboten. Sie schreiben keine Wirklichkeit vor, sondern schaffen einen Erfahrungsraum, in dem Erinnerungen, Gefühle und neue Bedeutungen anschließen können.

Erlebbar wird das, wenn …

In einem Seminar erzählt ein Begleiter von einer Frau, die jahrelang eine Tür repariert, bis sie merkt, dass die Wand längst versetzt wurde. Eine Teilnehmerin denkt an ihre Ehe, ein anderer an eine Strategie, eine dritte an seine Knieoperation. Die Geschichte hat bemerkenswert wenig Kontrolle über ihre eigene Karriere.

ICH · Für mich

Welche Geschichte lässt in mir eigene Bilder entstehen?

Wo berührt mich eine Erzählung, ohne dass ich ihre Botschaft eindeutig benennen kann?

Welche Leerstellen helfen mir, eigene Bedeutung zu bilden?

WIR · Zwischen uns

Welche Geschichten öffnen zwischen uns einen gemeinsamen Resonanzraum?

Wie erzählen wir, ohne die Deutung gleich mitzuliefern?

ALLE · Für Organisationen

Welche Geschichten prägen unsere Kultur?

Wo könnten Resonanzgeschichten komplexe Entwicklung erfahrbarer machen als reine Erklärung?

Resonanzgeschichten geben keine fertige Bedeutung mit; sie schaffen Bedingungen, unter denen Bedeutung entstehen kann.
Siehe auch: Erzählung Narrativ Resonanzangebot Mehrdeutigkeit Selbsterzählung Sinnbildung Resonanzreise