… resonanzangebote verzichten auf den Anspruch, die innere Wirklichkeit anderer zuverlässig zu kennen. Sie stellen etwas in den gemeinsamen Raum und beobachten, ob es Anschluss findet, Irritation erzeugt, verändert oder verworfen wird.
Emergetisch verbindet diese Form Autonomierespekt mit Beteiligung. Die begleitende Person bleibt nicht neutral oder leer, bringt ihre Resonanz jedoch so ein, dass die Bedeutungshoheit beim Gegenüber bleibt.
Eine Beraterin sagt: „Mir kommt das Bild eines Menschen, der gleichzeitig Gas gibt und die Handbremse zieht. Schau einfach, ob das irgendeinen Sinn für dich macht.“ Der Klient antwortet: „Die Handbremse passt nicht. Es fühlt sich eher an, als hätte ich zwei Lenkräder.“ Das Angebot war falsch und trotzdem hilfreich.
Welches Angebot löst in mir Resonanz aus?
Kann ich eine fremde Deutung prüfen, ohne sie übernehmen zu müssen?
Welche eigene Form entsteht aus einem angebotenen Bild?
Wie bringen wir Hypothesen ein, ohne einander festzuschreiben?
Welche Resonanzangebote öffnen unser Gespräch?
Wie können Führung, Beratung und Lernen mit Angeboten statt Zuschreibungen arbeiten?
Welche Kultur erlaubt es, ein Angebot freundlich zurückzugeben?