… die begleitende Person arbeitet mit Hypothesen, Fragen, Geschichten, Beobachtungen und Resonanzangeboten. Diese werden als mögliche Wirklichkeiten eingebracht, nicht als Diagnose über den anderen. Dadurch bleibt die Autonomie der Beteiligten erhalten und zugleich entsteht Material, an dem sich neue Wahrnehmungen bilden können.
Emergetische Begleitung richtet Aufmerksamkeit auf das Verhältnis von Form und Möglichkeit: Was trägt noch? Wo wird es eng? Welche Erfahrung möchte aufgenommen werden? Welche kleine Bewegung ist bereits vorhanden? Begleitung schafft Bedingungen, Entwicklung selbst bleibt unverfügbar.
Ein Coach hört zwanzig Minuten einer komplizierten Beziehungsgeschichte zu und sagt schließlich: „Ich habe ein Bild im Kopf, aber es könnte völlig danebenliegen.“ Der Klient lacht: „Dann her damit.“ Das Bild passt nicht ganz, löst aber genau die Frage aus, die das Gespräch weiterführt.
Welche Art von Begleitung erweitert meinen Möglichkeitsraum?
Wo brauche ich Resonanz statt Rat?
Welche eigene Antwort möchte ich selbst finden?
Wie begleiten wir einander, ohne uns gegenseitig festzuschreiben?
Welche Hypothesen dürfen Angebote bleiben?
Wie gestalten wir Entwicklungsräume mit Autonomierespekt?
Wo verwechselt unsere Organisation Begleitung mit Steuerung?