… richtet sich unsere Aufmerksamkeit oft auf das Erleben anderer Menschen. Ebenso wichtig ist jedoch die Fähigkeit, die eigenen Resonanzen wahrzunehmen. Impathie beschreibt diese nach innen gerichtete Resonanzfähigkeit.
Sie umfasst weit mehr als Selbstbeobachtung. Impathie bedeutet, die eigenen Gestimmtheiten, Körperempfindungen, Gefühle, Bedürfnisse und inneren Spannungen wahrzunehmen, ohne sie vorschnell zu bewerten oder verändern zu wollen. Dadurch entsteht eine innere Vertrautheit mit dem eigenen Erleben.
Mit wachsender Haltung differenziert sich die Impathie. Wir erkennen nicht nur, was wir fühlen, sondern auch, wie unser Erleben entsteht und welche Resonanzfelder daran beteiligt sind. Dadurch wächst die Freiheit, bewusster auf uns selbst und auf andere zu antworten.
Impathie bildet deshalb eine wesentliche Grundlage für Empathie. Wer sich selbst nicht wahrnimmt, verwechselt leicht die eigenen Resonanzen mit denen anderer Menschen.
Während eines Gesprächs spürst du plötzlich Ärger. Statt ihn sofort der anderen Person zuzuschreiben, bleibst du einen Moment bei dir. Du bemerkst Enttäuschung, Unsicherheit und den Wunsch, gesehen zu werden. Erst dadurch wird dein weiteres Handeln freier.
Welche Resonanzen nehme ich gerade in mir wahr?
Welche Gefühle zeigen sich hinter meinen ersten Reaktionen?
Wie vertraut bin ich meinem eigenen Erleben?
Wie sprechen wir über unser eigenes Erleben, ohne uns zu rechtfertigen?
Wie unterstützen wir uns darin, uns selbst besser wahrzunehmen?
Wie schaffen wir Arbeitskulturen, in denen Selbstwahrnehmung als Stärke gilt?
Wie fördern wir Reflexion statt bloßer Reaktion?