… ist Gewahrsein mehr als Aufmerksamkeit. Es bezeichnet eine offene Präsenz gegenüber dem eigenen Erleben und der Mitwelt. Im Gewahrsein müssen Erfahrungen noch nichts bedeuten. Sie dürfen zunächst einfach erscheinen.
Mit wachsender Haltung erweitert sich das Gewahrsein. Es umfasst nicht nur das, was wir erleben, sondern zunehmend auch die Weise, wie dieses Erleben entsteht. Dadurch öffnet sich ein Raum zwischen Resonanz und Reaktion. Aus unmittelbarem Erleben wird bewusste Teilnahme am eigenen Wahrgebungsfluss.
Gewahrsein ist deshalb kein Ziel, sondern eine Form lebendiger Offenheit.
Du sitzt am Morgen mit einer Tasse Tee am Fenster. Für einen Moment musst du nichts erreichen. Du bemerkst das Licht, die Geräusche, deinen Atem und die Gedanken, die kommen und gehen. Nichts Besonderes geschieht und gerade dadurch wird das Erleben selbst deutlich.
Wann bin ich einfach gegenwärtig?
Was zeigt sich, wenn ich nicht sofort antworte?
Wie verändert sich unsere Begegnung, wenn wir wirklich anwesend sind?
Welche Räume schaffen wir, in denen Aufmerksamkeit entstehen darf?