… ist Präsenz mehr als Konzentration. Sie umfasst das Wahrgeben der eigenen Gestimmtheit, der Mitwelt und des Dazwischen. Ein präsenter Mensch ist nicht frei von Gedanken, Emotionen oder Absichten, kann jedoch mit ihnen in Beziehung bleiben, statt vollständig von ihnen fortgetragen zu werden.
Präsenz schafft einen kleinen Raum für Resonanz und Wahl. Sie lässt leise Veränderungen, Spannungen und Formkeime früher sichtbar werden. Zugleich bleibt sie unverfügbar: Müdigkeit, Gefahr oder Überforderung können die Fähigkeit zur Anwesenheit einschränken. Praxis bedeutet daher, Bedingungen für Präsenz zu pflegen statt sie moralisch zu fordern.
Während eines Gesprächs plant eine Beraterin bereits ihre nächste Frage. Sie bemerkt den Impuls, spürt ihren Atem und sieht, dass ihr Gegenüber gerade verstummt. Indem sie nicht sofort weiterspricht, entsteht ein stiller Moment, in dem eine wichtige Erfahrung Ausdruck findet.
Wo ist meine Aufmerksamkeit gerade?
Welche körperliche Wahrnehmung bringt mich in die Gegenwart zurück?
Was wird hörbar, wenn ich nicht sofort reagiere?
Wie unterstützen wir gegenseitig unsere Anwesenheit?
Welche Geschwindigkeit ermöglicht wirklichen Kontakt?
Welche Arbeitsbedingungen fördern oder zerstören Präsenz?
Wie können Besprechungen mehr Wahrnehmung und weniger automatische Reaktion ermöglichen?