… das Emergetikon liegt zwischen bloßer Ahnung und ausgereifter Lösung. Es besitzt bereits genug Kontur, um benannt, geteilt oder weitergedacht zu werden, und zugleich noch so wenig Festigkeit, dass es sich durch Resonanz stark verändern kann.
Der Begriff lädt dazu ein, frühe Ideen nicht sofort an den Maßstäben fertiger Formen zu messen. Ein Emergetikon darf unfertig, widersprüchlich oder überraschend sein. Seine Bedeutung zeigt sich erst darin, welche Verbindungen es eingeht und ob daraus weitere Formbildung entsteht.
In einem Workshop sagt jemand: „Was wäre, wenn unsere Kunden gar keine Beratung, sondern einen Lernraum bräuchten?“ Der Satz ist noch kein Konzept und kein Geschäftsmodell. Trotzdem verändert er das Gespräch. Ein Emergetikon ist aufgetaucht.
Welches Emergetikon ist mir zuletzt begegnet?
Welche unfertige Idee verdient noch etwas Resonanz?
Wo bewerte ich einen Formkeim bereits wie ein fertiges Ergebnis?
Welche kleinen Ideen verändern gerade unser gemeinsames Denken?
Wie können wir Emergetika aufnehmen, ohne sie sofort festzulegen?
Wie werden frühe Ideen in unserer Organisation wahrgenommen?
Welche Wege helfen, aus Emergetika tragfähige Formen entstehen zu lassen?