… erkennen wir, dass jede Form Möglichkeiten eröffnet und zugleich andere begrenzt. Ein Möglichkeitsraum ist deshalb weder unbegrenzt offen noch vollständig festgelegt. Er beschreibt den Bereich dessen, was in einer bestimmten Situation, Beziehung oder Organisation entstehen kann.
Mit jeder Haltungserweiterung verändert sich unser Möglichkeitsraum. Nicht weil sich die Welt plötzlich wandelt, sondern weil wir neue Unterschiede wahrnehmen, andere Fragen stellen und zusätzliche Perspektiven einbeziehen. Möglichkeiten werden sichtbar, die zuvor außerhalb unseres Wahrgebens lagen.
Die Emergetik interessiert sich deshalb weniger für fertige Lösungen als für die Bedingungen, unter denen sich Möglichkeitsräume erweitern.
Ein Kind fragt zum ersten Mal: „Warum eigentlich?" Plötzlich gibt es nicht mehr nur eine richtige Antwort. Aus einer festen Ordnung wird ein Raum des Erkundens. Die Situation hat sich kaum verändert – der Möglichkeitsraum jedoch schon.
Wo nehme ich heute Möglichkeiten wahr, die ich früher übersehen hätte?
Welche Überzeugungen begrenzen meinen Möglichkeitsraum?
Wie könnte ich meinen Blick heute ein wenig weiter werden lassen?
Wie erweitern wir gegenseitig unsere Möglichkeiten?
Welche Gespräche öffnen neue Perspektiven?
Welche Kultur schafft Möglichkeitsräume statt Denkgrenzen?
Wie gestalten wir Bedingungen, unter denen Neues entstehen kann?