… in Organisationen wird damit häufig die Verbindung von Nutzung des Bewährten und Erkundung des Neuen beschrieben. Emergetisch interessiert daran weniger die perfekte Balance als die Fähigkeit, beide Logiken als unterschiedliche Brauchbarkeiten wahrzunehmen. Effizienz braucht andere Formen als Experiment, Stabilität andere als Erneuerung.
Ambidextrie wächst, wenn Gegensätze nicht sofort zugunsten einer Seite entschieden werden müssen. Ein System kann lernen, verschiedene Räume, Zeiten oder Rollen für unterschiedliche Anforderungen zu schaffen und zwischen ihnen beweglich zu wechseln.
Ein Unternehmen fordert von einem Innovationsteam maximale Experimentierfreude und misst gleichzeitig jede Woche dessen kurzfristige Rendite. Das Ergebnis ist wenig überraschend: sehr effiziente Ideen, die niemand braucht. Erst als Exploration und laufendes Geschäft unterschiedliche Spielregeln erhalten, werden beide stärker.
Wo brauche ich gerade Verlässlichkeit und wo Erkundung?
Welche gegensätzlichen Fähigkeiten stehen mir bereits zur Verfügung?
Wo versuche ich zwei unterschiedliche Aufgaben mit derselben Logik zu lösen?
Wie geben wir Bewährtem und Neuem gleichzeitig Raum?
Welche Unterschiede müssen wir organisieren, statt sie aufzulösen?
Welche Strukturen schützen Exploration und Exzellenz zugleich?
Wo verlangt unsere Organisation widersprüchliche Leistungen ohne passende Kontexte?