… erscheint Anpassung als aktives Beziehungsgeschehen. Menschen, Teams und Organisationen nehmen Veränderungen ihrer Mitwelt wahr, deuten sie und verändern daraufhin ihre Routinen, Strukturen oder Entscheidungen. Adaptivität entsteht dort, wo Rückmeldungen aufgenommen werden können und genügend Spielraum für neue Antworten vorhanden ist.
Eine adaptive Reaktion bewahrt nicht einfach das Bestehende. Sie prüft, welche Elemente weiterhin brauchbar sind und welche sich wandeln müssen. Dabei bleibt jede Anpassung ambivalent: Sie kann Entwicklung ermöglichen oder zu einer bloßen Unterordnung unter äußere Erwartungen werden. Emergetisch interessiert deshalb, ob sich durch Anpassung der Möglichkeitsraum erweitert oder verengt.
Ein Unternehmen verliert innerhalb weniger Monate einen wichtigen Markt. Zunächst versucht es, die bisherigen Prozesse schneller zu machen. Erst als Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen gemeinsam auf die veränderten Bedürfnisse der Kundschaft schauen, entstehen neue Angebote und andere Formen der Zusammenarbeit. Das System passt sich an, indem es seine eigene Logik erweitert.
Wie reagiere ich auf Veränderungen, die ich nicht gewählt habe?
Welche meiner Gewohnheiten sind beweglich, welche sind starr geworden?
Wo passe ich mich an und wo erweitere ich mich wirklich?
Wie nehmen wir Veränderungen in unserem Umfeld gemeinsam wahr?
Welche Rückmeldungen helfen uns, unsere Formen weiterzuentwickeln?
Wie lernfähig sind unsere Strukturen unter veränderten Bedingungen?
Wo braucht Anpassung zugleich Schutz vor blinder Übernahme äußerer Erwartungen?