Zurück zur Begriffswelt

Wie organisiert sich Leben? · Systeme

Adaption

Eine Form bleibt lebendig, wenn sie sich verändern kann, ohne bei jeder Veränderung neu beginnen zu müssen.

Auf den Punkt

Adaption bezeichnet den konkreten Prozess, in dem ein Mensch oder System seine bestehende Form an veränderte Bedingungen anpasst.

Wenn wir emergetisch schauen …

… aus emergetischer Sicht ist Adaption eine Antwort auf Irritation. Eine Umgebung verändert sich, neue Anforderungen tauchen auf oder bisherige Routinen verlieren an Passung. Das System reagiert, indem es Verhalten, Abläufe oder Gewohnheiten verändert und dabei seine grundlegende Organisation zunächst erhält.

Adaption unterscheidet sich damit von tieferem Formwandel. Sie kann sehr brauchbar sein, solange die bestehende Form genügend Spielraum besitzt. Wird jedoch nur noch angepasst, obwohl die Grundform selbst an ihre Grenze gelangt, kann Adaption eine notwendige Veränderung auch hinauszögern.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Team führt wegen steigender Arbeitslast eine neue Wochenplanung ein. Die Aufgaben, Rollen und Ziele bleiben gleich, doch die Abstimmung wird verändert. Das Team hat seine Arbeitsweise adaptiert. Erst wenn auch Rollen oder Entscheidungslogiken neu gedacht werden müssen, beginnt ein weiterreichender Formwandel.

ICH · Für mich

Wo passe ich mich gerade an veränderte Bedingungen an?

Welche meiner Anpassungen erhält etwas, das weiterhin brauchbar ist?

Wo reicht Adaption nicht mehr aus?

WIR · Zwischen uns

Wie verändern wir unser Miteinander, wenn sich Bedingungen ändern?

Welche Anpassung entlastet uns, ohne unsere gemeinsame Aufgabe aus dem Blick zu verlieren?

ALLE · Für Organisationen

Wo braucht unsere Organisation flexible Adaption?

Woran erkennen wir, dass Anpassung allein nicht mehr genügt?

Adaption verändert die Ausführung einer Form; Entwicklung kann irgendwann auch die Form selbst verändern.
Siehe auch: Adaptivität Formwandel Brauchbarkeiten Pfadabhängigkeit Spannung Verwendungs­katastrophe