… aus emergetischer Sicht ist Adaption eine Antwort auf Irritation. Eine Umgebung verändert sich, neue Anforderungen tauchen auf oder bisherige Routinen verlieren an Passung. Das System reagiert, indem es Verhalten, Abläufe oder Gewohnheiten verändert und dabei seine grundlegende Organisation zunächst erhält.
Adaption unterscheidet sich damit von tieferem Formwandel. Sie kann sehr brauchbar sein, solange die bestehende Form genügend Spielraum besitzt. Wird jedoch nur noch angepasst, obwohl die Grundform selbst an ihre Grenze gelangt, kann Adaption eine notwendige Veränderung auch hinauszögern.
Ein Team führt wegen steigender Arbeitslast eine neue Wochenplanung ein. Die Aufgaben, Rollen und Ziele bleiben gleich, doch die Abstimmung wird verändert. Das Team hat seine Arbeitsweise adaptiert. Erst wenn auch Rollen oder Entscheidungslogiken neu gedacht werden müssen, beginnt ein weiterreichender Formwandel.
Wo passe ich mich gerade an veränderte Bedingungen an?
Welche meiner Anpassungen erhält etwas, das weiterhin brauchbar ist?
Wo reicht Adaption nicht mehr aus?
Wie verändern wir unser Miteinander, wenn sich Bedingungen ändern?
Welche Anpassung entlastet uns, ohne unsere gemeinsame Aufgabe aus dem Blick zu verlieren?
Wo braucht unsere Organisation flexible Adaption?
Woran erkennen wir, dass Anpassung allein nicht mehr genügt?