Zurück zur Begriffswelt

Wie organisiert sich Leben? · Systeme

Rückkopplung

Wirkung kehrt zurück und wird zur Bedingung des nächsten Schrittes.

Auf den Punkt

Rückkopplung bezeichnet den Vorgang, in dem Ergebnisse eines Geschehens auf dessen weiteren Verlauf zurückwirken.

Wenn wir emergetisch schauen …

… lösen sich einfache Ursache-Wirkungsbilder in Kreisläufe auf. Eine Handlung erzeugt eine Reaktion, die wiederum die Ausgangsbedingungen verändert. Rückkopplungen können Muster verstärken oder ausgleichen und dadurch Stabilität, Eskalation oder Lernen hervorbringen.

Menschen und Organisationen sind auf Rückkopplung angewiesen, um ihre Formen an Wirkungen anzupassen. Fehlende, verzögerte oder verzerrte Rückmeldungen können unbrauchbare Muster lange stabilisieren. Bewusste Rückkopplung macht Folgen sichtbar, ohne zu behaupten, alle Wirkungen kontrollieren zu können.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Leitung antwortet auf Fehler mit zusätzlicher Kontrolle. Mitarbeitende verbergen daraufhin Probleme länger, wodurch Fehler später und schwerer sichtbar werden. Das bestätigt die Leitung in ihrer Annahme, mehr Kontrolle sei nötig. Als frühe Fehlermeldungen geschützt und positiv aufgenommen werden, entsteht eine andere Schleife.

ICH · Für mich

Welche Wirkung meiner Handlung kehrt zu mir zurück?

Welche Rückkopplung verstärkt mein Muster?

Welche Information fehlt mir, um mein Handeln zu korrigieren?

WIR · Zwischen uns

Wie geben wir uns Wirkungen rechtzeitig zurück?

Welche Schleife hält unseren Konflikt oder Erfolg aufrecht?

ALLE · Für Organisationen

Welche Rückkopplungen steuern unsere Entscheidungen?

Wo erreichen relevante Folgen die Verantwortlichen zu spät oder gar nicht?

Rückkopplung macht Wirkung zum Ausgangspunkt neuen Handelns und lässt Systeme aus ihren Folgen lernen.
Siehe auch: System Selbstorganisation Interdependenz Adaptivität Feedback Kybernetik Netzwerk Prozess Selbstkorrektur­mechanismen Wechselwirkung Dynamik Systemtheorie Verantwortung Wahrgebungsfluss Resonanzprozess