… ein Blick verändert die Gestimmtheit, daraus entsteht eine Antwort, diese wirkt auf das Gegenüber zurück und verändert den nächsten Moment. Resonanzprozesse sind damit dynamische Rückkopplungsgeschehen, in denen Ursache und Wirkung fortlaufend ineinander übergehen.
Emergetisch hilft der Prozessbegriff, einzelne Reaktionen weniger isoliert zu betrachten. Was jetzt geschieht, ist häufig Teil einer längeren Resonanzgeschichte und kann durch eine kleine Veränderung an mehreren Stellen beeinflusst werden.
In einem Meeting spricht eine Person knapp. Eine zweite erlebt das als Ablehnung und wird ebenfalls kühl. Die erste spürt die Distanz und zieht sich weiter zurück. Nach zehn Minuten sind beide überzeugt, der jeweils andere habe schlechte Laune. Der Resonanzprozess besitzt inzwischen seine eigene Beweisführung.
Welche Resonanzkette läuft gerade in mir und zwischen mir und der Welt?
Wo könnte ich den nächsten Schritt im Prozess anders beantworten?
Welche frühere Angestimmtheit wirkt noch weiter?
Wie verstärken wir unsere Reaktionen gegenseitig?
An welcher Stelle können wir den Prozess neu anstimmen?
Welche Resonanzprozesse prägen Teams und Kulturen über längere Zeit?
Wo greifen Interventionen zu spät oder nur auf Einzelereignisse zu?