… verschiebt sich Aufmerksamkeit vom isolierten Zustand auf das Werden. Ein Konflikt, eine Identität oder eine Organisation besitzt eine Geschichte, gegenwärtige Dynamik und mögliche Fortsetzungen. Jede Momentaufnahme ist Teil einer Bewegung.
Prozessdenken schützt vor vorschneller Verdinglichung. Es fragt, wie etwas hervorgebracht und aufrechterhalten wird, welche Rückkopplungen wirken und wo kleine Veränderungen neue Verläufe ermöglichen. Prozesse lassen sich gestalten, doch ihre Entwicklung bleibt durch Wechselwirkungen und Unverfügbarkeit offen.
Ein Team wird als unmotiviert beschrieben. Der Prozessblick zeigt, dass auf wiederholte Vorschläge kaum Entscheidungen folgten, Initiative dadurch sank und die Leitung das als Bestätigung für mehr Kontrolle deutete. Aus einer Eigenschaft wird ein Verlauf, in den an mehreren Stellen eingegriffen werden kann.
Wie ist der gegenwärtige Zustand entstanden?
Welche Bewegung hält ihn aufrecht?
An welcher Stelle könnte sich der Prozess anders fortsetzen?
Welche Geschichte besitzt unser gegenwärtiges Muster?
Wie tragen unsere Reaktionen zum nächsten Schritt des Prozesses bei?
Welche Prozesse erzeugen die Ergebnisse, die wir Personen zuschreiben?
Wo brauchen wir Beobachtung über Zeit statt punktueller Bewertung?