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Was ist Welt? · Sein und Wirklichkeit

Prozess

Was fest erscheint, wird verständlicher, wenn wir seine Entstehung und Veränderung mitsehen.

Auf den Punkt

Ein Prozess ist eine zeitliche Folge miteinander verbundener Veränderungen, aus denen Formen entstehen, sich stabilisieren und wandeln.

Wenn wir emergetisch schauen …

… verschiebt sich Aufmerksamkeit vom isolierten Zustand auf das Werden. Ein Konflikt, eine Identität oder eine Organisation besitzt eine Geschichte, gegenwärtige Dynamik und mögliche Fortsetzungen. Jede Momentaufnahme ist Teil einer Bewegung.

Prozessdenken schützt vor vorschneller Verdinglichung. Es fragt, wie etwas hervorgebracht und aufrechterhalten wird, welche Rückkopplungen wirken und wo kleine Veränderungen neue Verläufe ermöglichen. Prozesse lassen sich gestalten, doch ihre Entwicklung bleibt durch Wechselwirkungen und Unverfügbarkeit offen.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Team wird als unmotiviert beschrieben. Der Prozessblick zeigt, dass auf wiederholte Vorschläge kaum Entscheidungen folgten, Initiative dadurch sank und die Leitung das als Bestätigung für mehr Kontrolle deutete. Aus einer Eigenschaft wird ein Verlauf, in den an mehreren Stellen eingegriffen werden kann.

ICH · Für mich

Wie ist der gegenwärtige Zustand entstanden?

Welche Bewegung hält ihn aufrecht?

An welcher Stelle könnte sich der Prozess anders fortsetzen?

WIR · Zwischen uns

Welche Geschichte besitzt unser gegenwärtiges Muster?

Wie tragen unsere Reaktionen zum nächsten Schritt des Prozesses bei?

ALLE · Für Organisationen

Welche Prozesse erzeugen die Ergebnisse, die wir Personen zuschreiben?

Wo brauchen wir Beobachtung über Zeit statt punktueller Bewertung?

Prozessdenken sieht in jedem Zustand eine gewordene Bewegung mit mehreren möglichen Fortsetzungen.
Siehe auch: Dynamik Lebensstrom Ontologie Zeitlichkeit Formbildung Rückkopplung Transformation Resonanzprozess