… richtet sich Aufmerksamkeit auf die Prozesshaftigkeit des Lebens. Was wir als stabile Person, Situation oder Ordnung erleben, ist eine vorläufige Verdichtung in einem umfassenderen Fluss von körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen.
Der Begriff lädt dazu ein, Formen weder abzuwerten noch mit dem Leben selbst zu verwechseln. Formen geben Halt und Orientierung; der Lebensstrom bringt sie hervor und überschreitet sie wieder. Durchlässigkeit für diesen Strom zeigt sich als Gegenwärtigkeit, Beweglichkeit und die Fähigkeit, Abschied und Neubeginn als Teile desselben Werdens zu erleben.
Eine Frau beschreibt sich viele Jahre als schüchtern. In unterschiedlichen Lebensphasen bemerkt sie jedoch Mut, Rückzug, Freude an Sichtbarkeit und das Bedürfnis nach Schutz. Die feste Eigenschaft löst sich in einen Strom wechselnder Erfahrungen auf, ohne dass ihre biografische Kontinuität verloren geht.
Welche feste Selbstbeschreibung könnte ich als Bewegung wahrnehmen?
Was verändert sich gerade, obwohl ich es festhalten möchte?
Wie spüre ich den Lebensstrom in meinem Körper?
Welche Bewegung trägt unsere Beziehung durch ihre verschiedenen Formen?
Wo braucht unser Miteinander mehr Fluss und wo eine tragende Form?
Welche Prozesse werden durch zu starre Strukturen aufgehalten?
Wie verbinden wir Stabilität mit lebendiger Veränderung?