… bleibt Sein kein starres Gegenstück zum Werden. Alles, was ist, zeigt sich in Formen, Beziehungen und Zeit. Ein Mensch ist und wird, eine Organisation besteht und verändert sich, ein Gefühl ist gegenwärtig und vergeht.
Die Aufmerksamkeit für Sein unterbricht den schnellen Zugriff. Sie lässt etwas zunächst erscheinen, bevor es in Nutzen, Problem oder Erklärung übersetzt wird. Daraus kann eine andere Weltbegegnung entstehen: weniger vereinnahmend, genauer und empfänglicher für die Eigenheit dessen, was uns begegnet.
Eine Frau sitzt nach einem anstrengenden Tag am Fenster und bemerkt ihren Impuls, die Unruhe sofort zu analysieren. Für einige Minuten spürt sie nur Atem, Müdigkeit, Licht und Geräusche. Die Situation wird nicht gelöst. Doch sie kann sein, ohne unmittelbar bearbeitet werden zu müssen.
Was ist gerade da, bevor ich es deute?
Kann ich einer Erfahrung einen Moment lang Sein zugestehen?
Wo verwandle ich Begegnung zu schnell in Aufgabe oder Nutzen?
Wie können wir miteinander sein, ohne ständig etwas herstellen zu müssen?
Was zeigt sich zwischen uns, wenn Bewertung kurz zurücktritt?
Wo braucht unsere Organisation Räume jenseits unmittelbarer Verwertung?
Wie prägt unser Seinsverständnis den Umgang mit Menschen und Natur?