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Was ist Welt? · Sein und Wirklichkeit

Endlichkeit

Dass etwas endet, gibt dem Gegenwärtigen Gewicht.

Auf den Punkt

Endlichkeit bezeichnet die zeitliche und formale Begrenztheit allen Lebens, Erlebens und Gestaltens.

Wenn wir emergetisch schauen …

… erscheint Endlichkeit als Bedingung von Bedeutung. Zeit, Aufmerksamkeit, Körper und Beziehungen stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Jede Entscheidung schließt Möglichkeiten aus, jede Form trägt ihr Vergehen in sich, und jedes Leben bleibt unwiederholbar.

Das Bewusstsein der Endlichkeit kann Angst, Trauer und Abwehr auslösen. Zugleich schärft es unser Wahrgeben für das, was jetzt wesentlich ist. Entwicklung bedeutet dann nicht, Grenzen zu überwinden, sondern mit ihnen so in Beziehung zu treten, dass Wahl, Verantwortung und Hingabe entstehen können.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Unternehmer schiebt seit Jahren ein Gespräch mit seinem erwachsenen Sohn auf, weil der richtige Zeitpunkt nie gekommen scheint. Nach dem Tod eines Freundes spürt er plötzlich, dass gemeinsame Zeit keine abstrakte Ressource ist. Die Endlichkeit löst nicht alle Unsicherheit, doch sie verändert, welcher Schritt jetzt möglich wird.

ICH · Für mich

Welche Begrenzung möchte ich nicht wahrhaben?

Was wird durch die Endlichkeit kostbar?

Welche Entscheidung gewinnt an Klarheit, wenn Zeit nicht unbegrenzt ist?

WIR · Zwischen uns

Wie sprechen wir über Abschied, Verlust und begrenzte Zeit?

Welche Beziehung möchte heute eine Form finden, weil sie nicht auf später verschoben werden kann?

ALLE · Für Organisationen

Wie berücksichtigt unsere Organisation die Endlichkeit von Ressourcen und Menschen?

Welche Vorhaben dürfen enden, damit neue Formen entstehen können?

Endlichkeit begrenzt das Leben und lässt gerade dadurch seine Einmaligkeit hervortreten.
Siehe auch: Zeitlichkeit Unverfügbarkeit Formbruch Exnovation Verantwortung Sein Weggefährten