… richtet sich der Blick von linearen Ursachen auf zirkuläre Zusammenhänge. Eine Handlung verändert die Situation, deren Rückmeldung wiederum die nächste Handlung beeinflusst. Führung, Lernen und Regulation entstehen so in wiederkehrenden Schleifen.
Die Kybernetik zweiter Ordnung bezieht die beobachtende und steuernde Person in das System ein. Wer eingreift, verändert nicht nur einen Gegenstand, sondern wird selbst Teil der Rückkopplung. Emergetisch erweitert dies Verantwortlichkeit: Jede Steuerung bleibt perspektivisch, erzeugt Nebenwirkungen und braucht fortlaufende Selbstkorrektur.
Eine Führungskraft erhöht den Kontrolldruck, weil Ergebnisse ausbleiben. Mitarbeitende melden daraufhin Probleme später, wodurch die Ergebnisse weiter schlechter werden. Die Leitung reagiert mit noch mehr Kontrolle. Erst als dieser Kreislauf sichtbar wird, kann eine andere Rückkopplung entstehen: frühere Offenheit führt zu gemeinsamer Unterstützung.
Welche Rückkopplung verstärke ich durch meine Reaktion?
Wie verändert meine Beobachtung das Geschehen?
Welche kleine Intervention könnte einen Kreislauf neu anstimmen?
Welche Schleifen halten unser Muster stabil?
Wie können wir Wirkung zurückmelden, bevor sie sich verfestigt?
Welche Kennzahlen und Rückmeldungen steuern unsere Organisation?
Wie berücksichtigen wir Nebenwirkungen unserer Steuerungsversuche?