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Wie erweitert sich Bewusstsein? · Haltung

Beobachtung des Beobachters

Wer beobachtet, zeigt immer auch etwas über die eigene Art des Beobachtens.

Auf den Punkt

Beobachtung des Beobachters bezeichnet die Aufmerksamkeit dafür, mit welchen Unterscheidungen, Annahmen und blinden Flecken eine Beobachtung zustande kommt.

Wenn wir emergetisch schauen …

… wir erleben unsere Wahrnehmungen leicht als Beschreibung dessen, was da ist. Die Beobachtung des Beobachters fügt eine zweite Frage hinzu: Wie komme ich eigentlich dazu, genau das zu sehen? Welche Kategorien nutze ich, was fällt dadurch auf und was verschwindet aus meinem Blick?

Emergetisch eröffnet diese Bewegung Konstruktbewusstsein. Sie macht Beobachtung nicht beliebig, sondern transparenter. Sobald wir die eigene Perspektive mitbeobachten, können wir andere Perspektiven leichter verstehen und die Brauchbarkeit unserer Unterscheidungen bewusster prüfen.

Erlebbar wird das, wenn …

In einer Teamsitzung sagt eine Führungskraft: „Die Leute übernehmen einfach keine Verantwortung.“ Eine Kollegin fragt: „Woran erkennst du Verantwortung?“ Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Mitarbeitenden, sondern auch um die Kriterien, mit denen ihr Verhalten beobachtet wird.

ICH · Für mich

Mit welcher Unterscheidung beobachte ich diese Situation?

Was wird durch meinen Blick sichtbar und was bleibt unsichtbar?

Welche Annahme bringe ich selbst in meine Beobachtung ein?

WIR · Zwischen uns

Wie beobachten wir gegenseitig unsere Beobachtungen, ohne uns zu entwerten?

Welche unterschiedlichen Kriterien verwenden wir für dieselbe Situation?

ALLE · Für Organisationen

Welche Beobachtungslogiken prägen unsere Kennzahlen und Entscheidungen?

Wo hilft eine zweite Beobachtungsebene, festgefahrene Deutungen zu öffnen?

Die Beobachtung des Beobachters macht sichtbar, dass jeder Blick zugleich etwas über den Blickenden erzählt.
Siehe auch: Konstrukt­bewusstsein Perspektive Unterscheidungs­fähigkeit Wahrgeben Kontextbewusstsein Kybernetik Weltverdoppelung