… verstehen wir Komplexität nicht bloß als Schwierigkeit oder Unordnung. Sie entsteht, weil zahlreiche Elemente miteinander wechselwirken und jede Entscheidung weitere Folgen erzeugt. Vollständige Information und lückenlose Steuerung bleiben dadurch unerreichbar.
Systeme begegnen Komplexität, indem sie unterscheiden, Strukturen bilden und Aufmerksamkeit begrenzen. Jede Reduktion macht Handeln möglich und blendet zugleich Möglichkeiten aus. Reife Komplexitätskompetenz besteht deshalb nicht darin, alles zu erfassen, sondern die eigene Auswahl zu reflektieren, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden und mit Überraschungen lernfähig umzugehen.
Bei der Einführung einer neuen Software hängen Technik, Arbeitsprozesse, Macht, Gewohnheiten und Kundenerwartungen zusammen. Ein detaillierter Plan kann wichtige Schritte klären, verhindert jedoch keine unerwarteten Wirkungen. Das Projekt wird tragfähiger, als das Team regelmäßige Rückkopplungen einbaut und seine Annahmen fortlaufend überprüft.
Wo versuche ich, Komplexität durch eine zu einfache Erklärung zu beruhigen?
Welche Auswahl macht mein Handeln möglich?
Welche wichtige Perspektive bleibt dadurch unsichtbar?
Wie verbinden wir unterschiedliche Ausschnitte einer komplexen Situation?
Welche Unsicherheit müssen wir gemeinsam tragen?
Welche Strukturen reduzieren Komplexität auf hilfreiche Weise?
Wo erzeugt unsere Steuerung zusätzliche Komplexität, die niemand mehr verarbeiten kann?