… im Unterschied zum Emergesium als offenem Raum werdender Möglichkeiten beschreibt der Emergenzraum stärker die gestaltbaren Bedingungen, unter denen solche Möglichkeiten auftauchen können. Dazu gehören Zeit, Sicherheit, Unterschiedlichkeit, Resonanz, Irritation und ein ausreichendes Maß an Offenheit.
Emergenzräume lassen sich vorbereiten, ihr Ergebnis bleibt unverfügbar. Zu viel Steuerung verengt sie, völlige Formlosigkeit kann sie ebenso schwächen. Ihre Qualität entsteht aus einer tragfähigen Rahmung, in der Ungeplantes Anschluss finden darf.
Ein Unternehmen lädt sechs Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen für einen Tag ohne Präsentationen und Entscheidungspflicht zusammen. Es gibt eine Frage, Zeit, Moderation und die Erlaubnis, Umwege zu gehen. Am Nachmittag entsteht ein Ansatz, der in keinem der vorherigen Konzepte vorkam.
Welcher Raum hilft mir, mit Ungeformtem in Kontakt zu kommen?
Wo brauche ich mehr Rahmung und wo mehr Offenheit?
Welche Möglichkeit bekommt in meinem Alltag zu wenig Raum?
Welche Bedingungen lassen zwischen uns Neues entstehen?
Wie können wir einen Raum öffnen, ohne sein Ergebnis vorzugeben?
Wo besitzt unsere Organisation echte Emergenzräume?
Welche Zeit- und Entscheidungslogiken verhindern frühe Formkeimungen?