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Wie entsteht Neues? · Formbildung

Emergenzraum

Neues braucht keinen leeren Raum. Es braucht einen Raum, in dem Gewohntes nicht jede Möglichkeit sofort besetzt.

Auf den Punkt

Ein Emergenzraum bezeichnet einen konkreten sozialen, zeitlichen oder organisationalen Zusammenhang, in dem neue Formen entstehen und erprobt werden können.

Wenn wir emergetisch schauen …

… im Unterschied zum Emergesium als offenem Raum werdender Möglichkeiten beschreibt der Emergenzraum stärker die gestaltbaren Bedingungen, unter denen solche Möglichkeiten auftauchen können. Dazu gehören Zeit, Sicherheit, Unterschiedlichkeit, Resonanz, Irritation und ein ausreichendes Maß an Offenheit.

Emergenzräume lassen sich vorbereiten, ihr Ergebnis bleibt unverfügbar. Zu viel Steuerung verengt sie, völlige Formlosigkeit kann sie ebenso schwächen. Ihre Qualität entsteht aus einer tragfähigen Rahmung, in der Ungeplantes Anschluss finden darf.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Unternehmen lädt sechs Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen für einen Tag ohne Präsentationen und Entscheidungspflicht zusammen. Es gibt eine Frage, Zeit, Moderation und die Erlaubnis, Umwege zu gehen. Am Nachmittag entsteht ein Ansatz, der in keinem der vorherigen Konzepte vorkam.

ICH · Für mich

Welcher Raum hilft mir, mit Ungeformtem in Kontakt zu kommen?

Wo brauche ich mehr Rahmung und wo mehr Offenheit?

Welche Möglichkeit bekommt in meinem Alltag zu wenig Raum?

WIR · Zwischen uns

Welche Bedingungen lassen zwischen uns Neues entstehen?

Wie können wir einen Raum öffnen, ohne sein Ergebnis vorzugeben?

ALLE · Für Organisationen

Wo besitzt unsere Organisation echte Emergenzräume?

Welche Zeit- und Entscheidungslogiken verhindern frühe Formkeimungen?

Ein Emergenzraum ist gestaltbar; was in ihm entsteht, bleibt offen.
Siehe auch: Emergesium Emergenzfeld Möglichkeitsraum Formkeimung Resonanzraum Absichtsvolle Absichtslosigkeit