… im Resonanzdialog wird Zuhören zu einer Form des Mitwahrgebens. Menschen achten auf Gestimmtheit, Irritation, leibliche Reaktionen, Bilder und Bedeutungsverschiebungen. Diese werden als eigene Erfahrungen eingebracht, nicht als sichere Deutungen über andere.
Der Dialog kann dadurch langsamer und zugleich tiefer werden. Seine Qualität liegt weniger in vollständiger Einigkeit als in der Fähigkeit, unterschiedliche Resonanzen miteinander in Beziehung zu bringen.
Zwei Kolleginnen sprechen über eine Entscheidung. Nach mehreren Sachargumenten sagt eine: „Ich merke, dass ich bei deinem Vorschlag sofort dichtmache, obwohl ich noch gar nicht genau weiß warum.“ Die andere antwortet: „Interessant, bei mir passiert gerade das Gegenteil.“ Zum ersten Mal wird nicht nur über die Entscheidung gesprochen, sondern über das Feld, in dem sie entstehen soll.
Welche Resonanz nehme ich während dieses Gesprächs wahr?
Was davon möchte ich als eigene Erfahrung transparent machen?
Kann ich zuhören, wie sich meine Bedeutung während des Gesprächs verändert?
Was geschieht zwischen unseren Worten?
Wie können unterschiedliche Resonanzen nebeneinander hörbar bleiben?
Welche Gesprächsformate ermöglichen Resonanzdialoge?
Wo verhindert Zeitdruck, dass Wirkung und Bedeutung gemeinsam erkundet werden?