… konstruieren wir Wirklichkeit fortlaufend durch Aufmerksamkeit, Sprache, Erinnerung und soziale Bestätigung. Konstruktion bedeutet dabei keine freie Erfindung. Sie antwortet auf Widerstände und Ereignisse, wählt jedoch aus, wie diese verstanden und miteinander verbunden werden.
Wirklichkeitskonstruktionen werden stabil, wenn sie wiederholt bestätigt und in Strukturen eingeschrieben werden. Konstruktbewusstsein macht sie als Formen sichtbar. Dadurch können wir ihre Brauchbarkeit, Machtwirkungen und ausgeschlossenen Möglichkeiten prüfen und gegebenenfalls eine andere Konstruktion gemeinsam erproben.
Eine Organisation deutet sinkende Bewerbungszahlen als Folge einer „anspruchslosen jungen Generation“. Diese Konstruktion lenkt Maßnahmen auf strengere Auswahl. Als Arbeitsbedingungen, Markt und Kommunikation einbezogen werden, entsteht eine andere Wirklichkeit mit anderen Handlungsmöglichkeiten.
Wie konstruiere ich den Zusammenhang dieser Situation?
Welche Erfahrungen bestätigen meine Deutung?
Welche Daten oder Stimmen könnten eine andere Wirklichkeit ermöglichen?
Welche Wirklichkeit stabilisieren wir gegenseitig?
Wie können wir alternative Konstruktionen praktisch prüfen?
Welche Narrative, Kennzahlen und Kategorien erzeugen organisationale Wirklichkeit?
Wer profitiert von einer Konstruktion und wer wird durch sie unsichtbar?