… erscheint Sprache weder als bloßes Etikett für eine fertige Welt noch als willkürliche Erfindung. Worte antworten auf Erfahrungen und ordnen sie. Sie machen Unterschiede besprechbar, verbinden Zeiten und ermöglichen gemeinsame Wirklichkeiten.
Jede Sprache öffnet und begrenzt Wahrgeben. Ein neuer Begriff kann eine Erfahrung sichtbar machen; eine feste Kategorie kann sie einengen. Emergetische Sprachpraxis bleibt daher schöpferisch und selbstreflexiv. Sie prüft, welche Formen Worte hervorbringen und ob Begriffe als Einladungen zum Erforschen oder als endgültige Festlegungen verwendet werden.
Ein Team nennt eine Phase zunächst „Widerstand gegen Veränderung“. Dadurch erscheinen einige Menschen als Problem. Als es von „Sorge um verlorene Qualität“ spricht, werden andere Erfahrungen und Handlungen möglich. Die Situation bleibt dieselbe und verändert sich zugleich durch ihre sprachliche Form.
Welche Worte geben meiner Erfahrung Form?
Was wird durch meine Sprache sichtbar und was verschwindet?
Welcher neue Begriff könnte mein Wahrgeben erweitern?
Welche Sprache erzeugt unser gemeinsames Feld?
Wie können wir Unterschiede benennen, ohne Menschen festzulegen?
Welche Begriffe prägen Entscheidungen und Kultur?
Wo braucht unsere Organisation eine Sprache für bisher unbesprechbare Erfahrungen?